In der UNESCO-Welterbehöhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb ist erneut eine spektakuläre Entdeckung gelungen: zwei aus Mammutelfenbein geschnitzte Vogelfiguren. Sie sind kaum mehr als daumennagelgroß und detailreich gestaltet. Geborgen wurden sie von einem archäologischen Team der Universität Tübingen aus den unteren Schichten der altsteinzeitlichen Kultur des Aurignaciens, die auf 40.000 Jahre vor heute datiert werden.
Ob die Figuren aus einer Hand stammen oder ob sie in unterschiedlichen Generationen geschaffen wurden, ist unklar, da sie zwar in der gleichen Schicht, aber etwa eineinhalb Meter voneinander entfernt aufgefunden wurden. Zusammen mit dem Wasservogel wurden in den Welterbehöhlen somit insgesamt drei Vogelfiguren gefunden. Alle drei stammen sie aus dem Hohle Fels. Es scheint daher so, als könnten bestimmte Motive für bestimmte Fundstätten spezifisch sein.
Die beiden Vögel sind mit nur knapp 1,3 und 0,7 Gramm echte Leichtgewichte. Ein Vogel ist ruhend dargestellt, der andere mit ausgebreiteten Flügeln. Der kleinere der beiden ist nur 2cm lang, 1cm breit und 0,5 cm groß – das kleinste aller bisher bekannten Eiszeitkunstwerke der Welterberegion. Dass beide Figuren dennoch sehr sorgfältig und detailreich gearbeitet sind, beweist einmal mehr die hervorragenden künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten unserer Vorfahren.
Bis zum 4. April 2027 sind die beiden Figuren im Rahmen einer Sonderausstellung im Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst Blaubeuren zu sehen.